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Letztes Update:
8. November 2019 - 21:35

23. Filmfest Schleswig-Holstein 2019 – Begleitprogramm LUSCHERN

„HolsteinHerz“: Interview mit Regisseurin Johanna Jannsen

Am 3. Mai 2019 wurde „HolsteinHerz“ von Jess Hansen und Johanna Jannsen am Gründungort des Vereins Holstein Kiel e.V. im „Storchnest" (heute das „Gutenberg“) im Rahmen von „LUSCHERN vor dem Filmfest SH“ aufgeführt. infomedia-sh hat Regisseurin Johanna Jannsen drei Fragen zum Film gestellt.


Johanna Jannsen (Foto: Johanna Jannsen)
Holstein Kiel hat 120 Jahre Vereinsgeschichte vorzuweisen. Euer Film erzählt von den Höhen und Tiefen, durch die der Verein ging, aber auch von den ergebenen Fans damals und heute. Aber „HolsteinHerz“ ist doch nicht nur ein Film für Fußballfans, oder?

Das stimmt! Die Menschen, die wir für unseren Film interviewt und begleitet haben, sind allesamt waschechte norddeutsche Charaktere. Wer Land und Leute von hier oben liebt, der lässt sich mitreißen, egal ob Fußballmuffel oder Handballfan. Und natürlich ist in den fast 120 Jahren Vereinsgeschichte jede Menge Kieler Stadthistorie mit dabei.

Welchen persönlichen Bezug habt ihr zu Holstein Kiel? Ist euch durch die Arbeit am Film vielleicht erst das „Holsteinherz“ gewachsen?

Ich war eine der wenigen im gesamten Team, die vor dem Film kaum, eigentlich gar keinen Bezug zu Holstein Kiel hatten. Das hat sich beim Dreh dann schnell geändert, denn ich habe über eine Saison lang das Bloggerpaar Calcio Culinaria um Frauke und Matthias Hermann begleitet, die ihr letztes Hemd für diesen Verein geben würden!
Das sah so aus: Morgens in aller Frühe ab ins Auto, denn es ging auswärts – egal wie weit die Strecke, wie lang der Stau. Ich war immer dicht dran, habe die Fans vom Spielfeldrand erlebt – eine wahnsinnige Dynamik!


Gäste-Block mit Holstein-Kiel-Fans nach dem ersten Relegationsspiel zur 1. Bundesliga 2018 im Wolfsburger Stadion
Fürs erste könnte man denken, dass meine „Unwissenheit” kontraproduktiv für den Film gewesen sei – aber genau das Gegenteil war der Fall! Ohne einen Lieblingsverein in der Tasche konnte ich meine Neugier voll ausspielen und mich von der Begeisterung für Holstein Kiel anstecken lassen. Nach wenigen Spielen wurde ich sogar abergläubisch bei der Farbauswahl meiner Kleidung oder erwischte mich an meinen freien Wochenenden vorm Live-Ticker am Handy.
Das ist für mich eines der schönsten Dinge am Filmemachen: sich von fremder Faszination anstecken zu lassen.

„HolsteinHerz“ hat ja auch einen besonderen Soundtrack mit lokalem Hintergrund. Wie kam der zustande und wer hat da mitgemacht?

Wir haben Kieler Bands u.a. Erik Cohen, Die Denkedrans, The Coast Guards, Gutbucket und Wolf Barsch mit ins Boot geholt und somit auch auf der musikalischen Ebene den Kieler Bezug gestärkt. „Keine andere Stadt, keine andere Liebe“ von den Denkedrans ist seit der Aufstiegssaison in die 2. Liga eine Hymne für alle Fans geworden und hat auch einen besonderen Platz im Film bekommen. Da bekommt man auch als „Nicht-Fußball-Fan“ eine richtige Gänsehaut. Wenn du dann noch im Kinosaal sitzt und die Zuschauer plötzlich lautstark anfangen mitzusingen, ist das unbeschreiblich schön!

Vielen Dank für Deine Antworten, Johanna.