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Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.



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Letztes Update:
17. Juli 2019 - 07:43

Doku „Ich habe KIEL zu erzählen“ läuft im Kieler Kino in der Pumpe

„Ich habe KIEL zu erzählen. Eine gefilmte Kindheit zwischen 1936 und 1949“ von Gerald Grote und Oliver Boczek, D 2018, 42 Minuten


„1936 kauft sich der Kieler Zahnarzt Dr. Rudolf Schultz eine Filmkamera, um das Aufwachsen seines Sohnes Dieter im Bild festzuhalten. Über die Jahre wurden viele Filmrollen belichtet – und alle erzählen sie viel mehr als nur die Geschichte dieses einen Menschen, geben sie doch auch Zeugnis über die Stadt an der Förde. Was der Film-Amateur Rudolf Schultz in den 30er Jahren begann, vollenden nun die Kieler Filmemacher Gerald Grote und Oliver Boczek. Den beiden gelingt es, das historische Filmmaterial sensibel und umsichtig, aber auch pointiert in Form zu bringen und uns zu einem Spaziergang durch die vergangenen Jahrzehnte einzuladen. Das Bildmaterial des Dr. Schultz zeigt dabei einmalige Qualität. Dieser Mann war sicherlich Zahnarzt; aber er war ganz sicher auch ein sehr großes Talent an der Filmkamera! – Ich habe KIEL zu erzählen ist ohne Übertreibung die lokale Filmsensation des vergangenen Jahres und des Jahreswechsels (und – nebenbei bemerkt – schon jetzt der besucherstärkste Film, der jemals im Kino in der Pumpe lief): Buchstäblich aus der Vergessenheit gerettet, gelangt dieses umwerfende Filmmaterial wieder ans Tageslicht (bzw. in den Projektorstrahl) und macht uns Kielerinnen und Kielern Ansichten unserer Stadt zugänglich, die in ihrer Art einmalig sind – wann hat man schon die Gelegenheit, das Bild der Stadt vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg so vielseitig zu betrachten zu können? Das Faszinierende dabei: Sind die Stadtansichten vom Hafen, von den Straßenzügen, den Plätzen und der schleswig-holsteinischen Landschaft ohnehin interessant für alle historisch Interessierten, so finden auch die privaten Szenen stets unsere Aufmerksamkeit – denn sie sind nie peinlich oder zu privat oder irrelevant; denn sie weisen immer über sich selbst hinaus und zeigen nichts weniger als ‚das Leben‘.“ (Dr. Eckhard Pabst, Kino in der Pumpe, Kiel)

Im Februar 2019: Täglich 17 Uhr im Kino in der Pumpe, außer samstags (9., 16. und 23.2.)

(nach einer Produktionsnotiz von Oliver Boczek)