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Letztes Update:
29. Oktober 2020 - 22:49

Kieler Förderpreis Kultur 2020 geht an Filmregisseur Moritz Boll

Im Rahmen der Kieler Woche wurde am Sonntag, 13.9.2020 im Kieler Opernhaus der Kulturförderpreis der Landeshauptstadt Kiel an den Filmemacher Moritz Boll vergeben. Den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel erhielt der Autor Arne Rautenberg. Stadtpräsident Hans-Werner Tovar sagte bei der Verleihung: „Moritz Bolls Arbeiten sind ein herausragendes Beispiel für die Vielfalt und die hohe Qualität der Kultur in Kiel.“

Die Laudatio auf Moritz Boll hielt Arne Sommer, Leiter der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der Bolls wichtigste Filmprojekte („Elise“ und „Abgetaucht“) gefördert hat und ein Unterstützer und Wegbegleiter Bolls ist. „Ein Kino, das Nachwuchsregisseure wie dich findet, ist auf keinen Fall verloren“, so Sommer. Es sei nicht nur die fast ein bisschen nostalgisch wirkende große Liebe zum Kino, die Boll auszeichnete. Sommer zählte auf: „Du versteht es, ein gut gelauntes, gut geöltes Team um dich zu versammeln. Eine Filmfamilie ist die beste Garantie für eine lange Karriere.“ Und: „Du erzählst uns davon, was es bedeutet, Mensch zu sein. In einer Art und Weise, die möglichst viele Menschen mitnimmt. Mit einer gewissen Zeitlosigkeit. Mit Leichtigkeit, Esprit und Mitgefühl. Dabei setzt du die Mittel der Filmkunst so natürlich aufeinander, dass wir sie gar nicht wahrnehmen. Und das ist vielleicht dein größtes Talent. Und das, was man am schwersten erkennt. Du erfindest das Rad nicht neu. Sondern kümmerst dich lieber darum, dass es besonders rund läuft. Und bist darin – bei all deiner eigenen Bescheidenheit – wirklich gut.“ Dabei sei „Leichtigkeit am allerschwersten zu erreichen. Und dazu. Lieber Moritz, hast du das Talent, und das ist selten und groß.“

Über Moritz Boll


Die Filmcrew um Regisseur Moritz Boll (geboren 1994 in Kiel) dreht eigene Spielfilmprojekte und Auftragsproduktionen von 30 Sekunden bis 90 Minuten. Während sich Boll um die Ideen und die Inszenierung am Set kümmert, nehmen verschiedene freie Crewmitglieder in unterschiedlichen Konstellationen alle andere Aufgaben von Ausstattung bis Sounddesign wahr. In den letzten Jahren präsentierte das Team verschiedene Filmarbeiten auf Festivals. Für seine Arbeiten gewann Boll u.a. den Preis der Jury beim 22. Filmfest Schleswig-Holstein, den Publikumspreis beim 15. Mitteldeutschen Filmfestival, den Nachwuchsfilmpreis Schleswig-Holstein, den Publikumspreis beim 34. Internationalen Kurzfilmfestival Hamburg und den STARK-Preis des Ministerpräsidenten.


Moritz Boll (Foto: Luca Krüger)

Ausgewählte Arbeiten


Kurzfilm „Abgetaucht“

Auf dem Gelände eines ehemaligen Schullandheims in Schleswig-Holstein drehte die Crew um Moritz Boll das Kurzdrama „Abgetaucht“. Der 15-Minüter mit Marko Gebbert in der Hauptrolle gewann Preise bei mehreren Festivals und wurde im NDR Fernsehen, im MDR und im schwedischen öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt. Er handelt von einem folgenreichen Wochenendausflug von Vater und Tochter. Die Produktion wurde von der Filmwerkstatt Kiel der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein gefördert.



Marko Gebbert in „Abgetaucht“ (Foto: Linnéa Urmersbach)
Video-Regie bei „Hamlet“ am Schauspielhaus Kiel

Der Intendant des Theater Kiel und Regisseur von „Hamlet“, Daniel Karasek, engagierte Moritz Boll für filmische Unterstützung am Schauspielhaus. Ausgewählte Szenen des Stücks wurden durch Videoprojektionen bereichert. So wurde u.a. in der Hasselburg bei Neustadt ein Vergiftungsmord für die sog. „Mausefalle“ gedreht. Das barocke Herrenhaus wurde von den Theaterleuten in ein pompöses Schlafgemach verwandelt, in dem sich der König (Marko Gebbert) nichtsahnend zur Ruhe legt. Hinterhältig macht sich der Mörder (Zacharias Preen) ans Werk ... Aufgrund des großen Erfolgs wurde „Hamlet“ in der nächste Spielzeit wiederaufgenommen.

Video-Trailer zu „Hamlet“: www.youtube.com/watch?v=zBoB8otxp0Y
Making-of-Video (Beitrag von KielerLeben): www.youtube.com/watch?v=qANbZtpRtFI

Auftragsarbeiten: Kino-Werbung

In den letzten Jahren entstanden Auftragsarbeiten, die auch in der Kinowerbung liefen, z.B.
Die grundsätzliche Herangehensweise ist stets, einen kreativen, charmanten Zugang zu einem Thema zu erarbeiten und die Werbespots mit kleinen Geschichten interessant szenisch zu gestalten.

(nach Pressemitteilungen von Moritz Boll und der Landeshauptstadt Kiel)