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Filmkultur Schleswig-Holstein e.V.



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Letztes Update:
8. November 2019 - 21:35

Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein (FFHSH): Zahlen des Förderungsjahrs 2018 aus Sicht eines schleswig-holsteinischen Filmemachers

Ein minimaler Überblick ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Gewähr:

15.283.000 Euro standen der FFHSH 2018 zur Verfügung. Davon kamen 54,1% (8.271.000 Euro) von der Freien und Hansestadt Hamburg und insgesamt 6,8% (1.038.000 Euro) aus Schleswig-Holstein.

Die FFHSH benötigte rund 18% davon an Verwaltungskosten, also über 2,7 Millionen Euro.

Schleswig-Holstein steckte wie gesagt insgesamt 1.038.000 Euro in die FFHSH. Davon kamen knapp 20%, 203.000 Euro, bei den 31 geförderten Filmprojekten an.

Im Gegensatz zu den „Hamburger“ Filmförderungen, welche bedingt rückzahlbare Darlehen sind, sind die Förderungen aus der Filmwerkstatt Kiel sogenannte „Fehlbedarfsförderungen“ in Form von nicht rückzahlbaren Zuschüssen.

Demnach gingen rund 1,33% der gesamten Fördermittel der FFHSH an die Filmförderungsantragssteller der Filmwerkstatt Kiel.

Quellen: Spot On 2018/2019, Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, Seite 44 - 53 (Facts) und Pressemeldungen der FFHSH in infomedia-sh, Newsletter Mai/Juni 2018 und Dezember 2018.

Abschließend noch ein paar kommentierende Anmerkungen:

Kennern der Materie wird bei der Lektüre der Zahlen sicherlich gleich aufgefallen sein, dass eine wichtige Kennziffer fehlte. Nämlich die des so genannten Regionaleffekts. Antragsteller bei der Kieler Filmwerkstatt mögen davon unter Umständen noch nie etwas gehört haben. Warum sollten sie auch, bei den im Vergleich zum Hamburger Fördersummen-Standard relativen „Kleinbeträgen“, die in Kiel ausgeschüttet werden, aber immerhin nicht zurück zu zahlende Zuschüsse, also keine Darlehen wie in Hamburg sind. (In der Regel maximal 15.000 bis 20.000 Euro pro Antrag.)

Dabei ist der Regionaleffekt unter Umständen film-politisch betrachtet im Grunde genommen das wichtigste Argument für die Filmförderungen bundesweit überhaupt. Denn wirtschaftlich betrachtet bekommt man als Förderer umso mehr heraus als man reinsteckt, egal ob der fertige Film später dann die Förderung geschweige die gesamten Produktionskosten wieder einspielt bzw. ein hinreichend großes Publikum findet oder nicht. Und so fördert man zugleich noch (strukturell) die Filmwirtschaft. (Helmut Schulzeck)